GYMNOSPERMAE
CUPRESSACEAE BARTL.
Juniperoxylon (HOLLBERT) KRÄUSEL 1919
Juniperoxylon sp.
Material: 3 Fundstücke dieses Typs:
Coll. HOLLEIS Nr. SII/20 Größe L 5 cm x 4 cm x 2,9 cm.
- " - Nr. VII/176 Größe L 8,7 cm x 2,5 cm x 6,5 cm.
- " - Nr. VII/725 Größe L 8,3 cm x 5,9 cm x 3,2 cm.
Topographie: Nadelhölzer ohne Harzkanäle, SII/20 mit 7 und VII/176 mit 28 Zuwachszonen; Breite der Zuwachszonen nur bei VII/176 deutlich: 0,5 mm bis 1 mm; Frühholz allmählich in das Spätholz übergehend, Breite des Spätholzes max. 0,2 mm. Strukturen von SII/20 und VII/725 durch sehr starken Abbau nur unvollständig erhalten. Farbe hell bräunlich bis braun. Stamm- oder starkes Astholz.
Mikroskopie: Sekundäres Xylem/?Kernholz mit teilweise unvollständiger Erhaltung der Feinstrukturen. Tracheiden im Frühholz D. 30 μ bis 34 μ, Wandstärken um 2 μ bis 3 μ, Hoftüpfel nur einreihig, D. 12 μ bis 14 μ; Tracheiden im Spätholz D. um 16 μ, Wandstärken um 5 μ. Holzstrahlen ausschließlich einreihig und bis 13 Zellen hoch; Kreuzungsfelder mit rundlichen, zerstreuten Tüpfeln, D. 7 μ bis 9 μ. Vertikales Parenchym im Spätholz häufig eingestreut und bräunlich angefüllt, D. um 25 μ bis 30 μ, Querwände nur undeutlich verdickt.
Vergleich mit rezenten Taxa: Nach den noch erkennbaren taxonomischen Merkmalen sind die Kieselhölzer der Gattung Juniperus L. am ähnlichsten. Ein Vergleich auf Artenbasis ist wegen der stark abgebauten Wände und der Tüpfel im Parenchym nicht mit Sicherheit möglich.
Vergleich mit fossilen Taxa: Eine Diagnose innerhalb der zahlreichen fossilen Arten der entsprechenden Gattung (KRÄUSEL 1949; VAN DER BÜRGE 1964) bleibt, wie schon im rezenten Bereich, auf die Gattung begrenzt.
Bestimmung: Aus diesem Grunde werden die Fundstücke SII/20, VII/176 und VII/725 einschränkend als eine nicht weiter fixierbare Art der Gattung Juniperoxylon sp. bestimmt.
QUELLE: Gottwald, H. 2004. Neue taxonomische Untersuchungen an 205 tertiären Hölzern und 2 verkieselten Rindenresten aus der Südlichen Frankenalb und deren Randgebieten - mit Aussagen über Herkunft und Flora, Klima und Alter. - Doc. nat. 153: 1-93, 9 Taf.; München. (S. 50-51; Abb. 36)
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Rezente Taxa im Vergleich:
Gemeiner Wacholder - Juniperus communis
Wacholder kommt in der gesamten nördlichen Hemisphäre vor, mit etwa 60 Arten. Er bevorzugt flachgründige, trockene Standorte, wie im gesamten Jura und auf Muschelkalk auf Kalk-Trockenrasen. Die Erscheinungsformen des Wacholder sind Busch bis Halbstrauch, bisweilen auch richtige Bäume bis 10 m Höhe. Wacholderbäume können bis zu 2000 Jahre alt werden.
Nutzung: Das sehr dauerhafte, feinfaserige und aromatische Holz eignet sich gut zum Drechseln und zum Schnitzen.
Die Beerenzapfen sind bei der Reife (erfolgt erst im 2. oder 3. Jahr) fleischig, meist dunkelblau und bereift, und sind meist aus drei Schuppen gebildet. Sie können zum Kochen gesammelt werden (im Volksmund „Kranewit-Beeren“) und dienen als Gewürz sowie als Ausgangsprodukt für Spirituosen (z.B. Gin).
(Peter Holleis 2026, zusammengestellt nach SCHÜTT et al. 2002)
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